Yves Klein macht blau

© Bernd Ege - Fotolia.com

Blau ist die Lieblingsfarbe der Deutschen, die Farbe der Sympathie, Harmonie und Treue. Das Blau der Künstler, das Ultramin- und Kobaltblau, war in alten Zeiten allerdings edel und teuer, daher wurde es auch sehr selten benutzt.

Das änderte sich in der Kunstwelt des letzten Jahrhunderts, wobei ein Blau eine besondere Stellung einnimmt: das Yves-Klein-Blau. Ihm gelang etwas, wovon andere Künstler träumen: Er hat das IKB erfunden, das International-Klein-Blau. Dahinter verbirgt sich ein voller, leuchtender Farbton von poetischer Kraft.

Zudem wurde Klein bekannt durch seine auf eine Farbe reduzierten – d.h. monochromen – Bilder, die Erstaunen hervorriefen. 1957 eröffnete er mit einer Ausstellung in Mailand seine „Blaue Periode“; 1958 begann er mit seinen Arbeiten für das Theater in Gelsenkirchen, für dessen Foyer er mehrere großformatige Schwammreliefs herstellte.

Um in die blaue Welt des Yves Klein einzutauchen, eignet sich das Kunstbuch von Nina HolleinYves Klein macht blau“ sehr gut, das eigentlich für Kinder konzipiert ist, aber mich als Erwachsene ebenso begeistert. Im Großformat präsentiert es sich als Buch für kleine und große Kunstfreunde. Es beschreibt eine phantastische Reise in die Welt des Yves Klein und verfolgt seine ersten Schritte vom Tagträumer, der im Buchladen seiner Tante arbeitet, bis zum Künstler, der eine eigene Farbe entwickelt. In diesem Farbton sind auch die Texte gedruckt.

In Nizza schaut der kleine Yves in den Himmel und findet ein ganz bestimmtes strahlendes und unendlich tiefes Blau am schönsten: das Ultramarinblau, das er nach einer „Zauberformel“ – die ist auch im Buch abgedruckt – mischt. Er entwickelt dazu ein Fixativ ohne Öl, wodurch die Farbpigmente als lose Partikel erscheinen.

Yves Klein lässt sich in seinem Leben im Strom der Farbe treiben … durch blaue Landschaften, Gebirgsketten, Pflanzen und Räume, in denen nackte Mädchen auf Papier blaue Spuren hinterlassen. Mit diesen menschlichen Farbklecksen, aber auch mit seinen blauen Skulpturen, erregt er natürlich weiteres Aufsehen.

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieser Text von Gisela Behrendt steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.

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