Gehirnübung Nr. 2: Synapsen japsen lassen

fotolia_1542510 Synapsen

Ich hab es probiert und kann nur sagen: Am Anfang war es schon ungewohnt, und es ging auch recht langsam voran. Was denn, werdet Ihr jetzt fragen. Nun, ich habe ganz einfach ein paar Mal beim Vorwärtslaufen ein Wort rückwärts buchstabiert, was ich natürlich sonst nicht mache.

Warum?

In unserem Gehirn können nur neue Denkmuster entstehen, wenn sie von der gewohnten Routine abweichen. Daher schalten die grauen Zellen immer  auf Standby, wenn sie täglich mit den gewohnten Aufgaben konfrontiert werden.  Es langweilt sich nur noch, wenn Erfahrungen ständig wiederholt werden. Manche Tätigkeiten halten keinerlei Überraschungen mehr für unsere Synapsen (Kontakststellen zwischen Nervenzellen und anderen Zellen) bereit. Das Gehirn erstarrt geradezu und entwickelt sich wie ein unbenutzter Muskel immer mehr zurück. Schlechte Nachricht!

Doch die gute Nachricht folgt sogleich: Unser Gehirn freut sich allerdings über jede neue Aufgabe, weil es wie unser Auto oder unser Körper hin und wieder gefordert werden möchte!

Daher halte ich es für einen guten Tipp, täglich 10 oder 15 Minuten das Gehirn so richtig zu „quälen“.  Dabei helfen Übungen, die beide Gehirnhälften (wir benutzen überwiegend unsere linke Hälfte)  beanspruchen und möglichst verschiedene Sinne ansprechen. Für jeden gibt es im Bereich der Neurobics oder des  Brainwalkings sicher einige Übungen, die Spaß machen. Wenn du dir ein Programm zusammenstellst, denke einfach daran:

Die Übungen müssen

  • neu und
  • abwechslungsreich sein.

Beispiele:

  1. vorwärts laufen, ein Wort rückwärts buchstabieren
  2. eine Minute lang Zeitungsüberschriften lesen, nach 5 Minuten, in denen du bewusst andere Aufgaben erledigst, diese dann aufschreiben
  3. zu einem Radiohit tanzen, dabei möglichst oft die Arme über der Brust überkreuzen
  4. die Zähne als Rechtshänder mit links putzen und umgekehrt
  5. Achte  bei einem Bummel durch die Stadt auf alles, was sich in einem Schaufenster befindet. Wenn du wieder zu Hause sind, schreibe alle Dinge auf. Zur Kontrolle beim nächsten Mal den Zettel mitnehmen.
  6. Erfinde eine verrückte Geschichte, in der mindestens 10 dieser Gegenstände vorkommen, und erzählen diese jemandem – vielleicht auch in der Schule.

Nun fühlt sich dein Gehirn so richtig wohl, weil du es mal wieder so richtig gefordert hast!

Noch ein Hinweis zum Schluss: Gibt es eigentlich Aufkleber, auf denen der Satz zu lesen ist: „ROUTINE gefährdet die Gesundheit Ihres Gehirns!“ Wahrscheinlich nicht – obwohl ich mir solch einen Erinnerungshinweis hin und wieder wünsche. Vielleicht erscheint der Slogan ja auch mal als Werbespruch im Radio, als großes Transparent an der Straße oder als Aufdruck auf der Brötchentüte: Verdient hätte er es auf jeden Fall. 

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